Albumreview: Bon Iver – 22, A Million

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Als 2012 der Grammy für den besten Newcomer verliehen wurde, explodierte das Internet. Denn statt Skrillex, Nicki Minaj oder J. Cole gewann das von Justin Vernon angeführte Singer/Songwriterprojekt Bon Iver. Von diesem Künstler hatten die entrüsteten Mainstreamhörer noch nie etwas gehört und machten ihrem Ärger über „Bonnie Bear“ im Netz ordentlich Luft.
Für all diejenigen, die musikalisch auch mal über den Tellerrand gucken, sind Bon Iver aber schon lange kein Geheimtipp mehr und werden in einem Atemzug mit Größen wie Radiohead genannt. Und obwohl lange unklar war, ob wir uns auf neue Musik des 35-Jährigen Justin Vernon freuen dürfen, hat er nun doch noch ein drittes Album namens „22, A Million“ rausgebraucht. Schon die erste Single „22 Over Soon“ zeigt, dass Justin auf der neuen Platte ausgiebig herumexperimentiert. Weiterlesen

Konzertreview: Augustines im Backstage München (27.10.2016)

„Going out to watch live music is an absolute joy – it’s the best thing about being alive“
~ Big Jeff ~

So isses. Und vorgestern kam der Tag, auf den ich sehnsüchtig gewartet und den ich gleichzeitig gefürchtet habe: Die Augustines baten zum letzten Tanz, um noch einmal mit uns Fans einen Abend alive zu sein. Dabei ist es noch keinen Monat her, seit die Indie-Rocker folgenschwer angekündigt haben: Nach der Tour ist Schluss. Finito. Aus. In die Zukunft führen nur noch getrennte Wege. Diese Entscheidung schwebte auch die ganze Zeit über dem Auftritt im Münchner Backstage mit. Bedrückte Stimmung gab es aber zu keiner einzigen Sekunde, dafür sorgten William a.k.a. Billy, Eric und Rob mit einer unvergleichlichen Show, die auf großes Tränenvergießen verzichtete und ganz unter dem Motto stand: Traurig sein können wir auch noch morgen, heute hauen wir nochmal richtig auf die Kacke! Weiterlesen

Albumreview: Bear’s Den – Red Earth & Pouring Rain

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Es ist spätnachts und wir fahren eine einsame Straße entlang. Die Straßenlaternen lassen das
dunkle Innere des Autos immer für kurze Zeit aufleuchten, während an uns Orte vorbeiziehen, die Namen wie „New Jerusalem“ oder „Greenwoods Bethlehem“ tragen…

Zwei Jahre nach ihrem gefeierten Debütalbum Islands melden sich Bear’s Den aus London mit neuem Material zurück und entführen uns auf eine imaginäre Autofahrt mit 80ies-Charme. Für die Platte „Red Earth and Pouring Rain“ verlassen sie die bekannten Folk-Pfade des Vorgängers: Das zuvor allseits präsente Banjo rückt nun in den Hintergrund und lässt Platz für butterweiche Retro-Synthies. Weiterlesen

Albumreview: Phoria – „Volition“

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Kopfkino an: Wir schweben schwerelos durch ätherisch-leuchtende Landschaften. Mal kalte, graue Betonwüsten voller Menschen, die stumm und ohne Blickkontakt durch die Straßen ziehen, mal bunte, sich endlos ausbreitende Naturkulissen. Oder vielleicht auch komplett andere Orte.

Wichtig ist nur, DASS wir etwas sehen. Und das gelingt Phoria auf ihrem Debütalbum „Volition“ auf ganz besondere Art und Weise. Weiterlesen