Es ist unglaublich, wie gut so ein Wochenende tut, an dem man nichts, aber so wirklich nichts macht. Einfach gemütlich rumliegen, Musik hören oder Netflix von einer Folge zur nächsten laufen lassen. Nach den letzten vollgepackten Wochen war das auch dringend notwendig. Vier Konzerttage hintereinander, ständig von Augsburg nach München und wieder zurücktingeln und dann „muss“ man auch noch die Sozialkontakte pflegen – Party hier, Feier da. Das hinterlässt dann doch seine Spuren. Oder besser: man wird alt.

Jaja, jetzt heißt es natürlich wieder: „Mimimi, du bist gerade mal 24 Junge! Hör auf rumzumiezen, Mann!“ Und generell stimmt das ja auch, mit Mitte zwanzig geht definitiv noch einiges. Nur ändert das halt trotzdem nichts an der Tatsache, dass man von Jahr zu Jahr merkt, dass sich gewisse Dinge nicht mehr ganz so easy und ohne Gebrauchserscheinungen genießen lassen wie mit süßen 18. Immer weniger Promille reichen, um den Kater hervorzulocken und ein 3-Tages-Festival zieht schon soviel Energie, dass man danach erstmal für paar Wochen durchschlafen könnte. Das an sich wäre ja nicht so schlimm, so n bisschen Verschleiss gibt’s immer. Hinzu kommen aber noch diese gefürchteten Erwachsenenprobleme, die sich mehr und mehr ins Leben schleichen und ordentlich Nerven kosten. Kaugummizähe Jobsuche, einsames Single-Dasein und generelle Zukunftsangst aufgrund fehlender Perspektiven.  Schon kacke, ne?

Und da kommt einer meiner Lieblingssongs ins Spiel. Den Londoner Ben Khan hatte ich schon 2014 im Visier, als er als einer der spannendsten Newcomer des Jahres angepriesen wurde. Und das vollkommen zurecht. Mit seiner Mischung aus Soul, Funk, R’n’B und Electroshizzle erschafft er unglaubliche Bretter, die sich wummernd in die Ohren und das Gedächtnis hämmern. Nachdem es dann lange ruhig um das Talent wurde und das Debütalbum leider immer noch auf sich warten lässt, bin ich letztens wieder über seine Werke gestolpert und ein Track hat mich besonders wieder gecatcht: Youth. Das ist nicht nur ein Song, bei dem ich behaupten kann, dass einfach alles stimmt. Er beschreibt auch unglaublich gut den zwiespältigen Blick auf die Jugend und passt damit zu meiner momentanen Gefühlswelt wie Arsch auf Eimer bzw. existenzielle Fragen zum grauen Herbstwetter. Aber irgendwie wird alles schon wieder werden und „I don’t want to go back“ wie es im Song heißt. Denn früher war auch nicht alles besser. Deshalb: Augen nach vorne und „Beware of your youth, Darling“.

Bildquelle: Vimeo

Ein Gedanke zu “Lieblingssong: Ben Khan – Youth

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