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Als 2012 der Grammy für den besten Newcomer verliehen wurde, explodierte das Internet. Denn statt Skrillex, Nicki Minaj oder J. Cole gewann das von Justin Vernon angeführte Singer/Songwriterprojekt Bon Iver. Von diesem Künstler hatten die entrüsteten Mainstreamhörer noch nie etwas gehört und machten ihrem Ärger über „Bonnie Bear“ im Netz ordentlich Luft.
Für all diejenigen, die musikalisch auch mal über den Tellerrand gucken, sind Bon Iver aber schon lange kein Geheimtipp mehr und werden in einem Atemzug mit Größen wie Radiohead genannt. Und obwohl lange unklar war, ob wir uns auf neue Musik des 35-Jährigen Justin Vernon freuen dürfen, hat er nun doch noch ein drittes Album namens „22, A Million“ rausgebraucht. Schon die erste Single „22 Over Soon“ zeigt, dass Justin auf der neuen Platte ausgiebig herumexperimentiert.

Da werden Stimmen verzerrt, elektronische Störgeräusche eingebaut und generell so circa alles ausprobiert, was einem in den Sinn kommt. Die ganzen Zahlen und kryptischen Symbole auf dem Albumcover und in den Songnamen verstärken das eigenartige Bild. Fakt ist: Abwechslungsreicher als 22 A Million kann ein Album eigentlich gar nicht mehr sein. Egal ob künstlerisch verspielt oder ruhig-schlicht: Jeder der Songs nimmt uns auf eine neue, emotionale Reise.

Die beiden vorherigen Alben waren in ihrer Einfachheit wunderschön, als Justin Vernon gefühlvoll von seiner Brust- zur Kopfstimme wechselte, während simple Gitarrenakkorde im Hintergrund Schneewehen-Landschaften entstehen ließen. Und trotz aller Verfremdungen und Basteleien, bleibt Bon Iver diesen Folk-Wurzeln im Kern auch treu. Das zeigt vor allem der Track „29 #Strafford APTS“.

Mit 22, A Million zeigen Bon Iver, dass Folk auch ohne Banjo & Co gut klingt und sich mehr trauen sollte. Neues wagen und Grenzen überschreiten. Selbstverständlich wird nicht jeder mit dieser experimentellen Entwicklung einverstanden sein und manche werden deshalb vermutlich wenig mit dem Album anfangen können. Wer sich aber auf Bon Ivers neuestes Werk einlässt, findet aber nicht nur einen unglaublich wirkungsvollen Seelenstreichler für kalte Herbsttage, sondern auch eines der besten Alben des Jahres.

bewertungreview9

 

Anspieltipps:
33 „GOD“
666ʇ
8 (circle)
00000 Million

 

 

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